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Lieber Corona,

jetzt bist du doch echt schon ne ganze Weile hier bei uns in Deutschland und auf der ganzen Welt. Meinst du, es reicht nicht langsam? Normalerweise sind wir mit Claudia bei den Kindern, in ganz Deutschland unterwegs. Und das macht so viel Spaß! Sie hat immer ihre Gitarre dabei und macht Musik. Schreibt neue Lieder und Texte. Und trifft immer so viele Menschen und Kinder. Vor allem, wenn wir Zug fahren, dann hüpfen wir immer durch die Reihen, schauen mal im Bordrestaurant vorbei, ob es Bananen gibt, und die Kinder finden uns ganz cool. Na ja, mich, Kolumbus, finden sie ein klein wenig besser als Nele, die ihr hier neben mir seht und um die es in dem Buch hinter uns geht. Aber Nele sieht das sportlich. Sie sagt dann immer: „Immerhin bin ich die Hauptperson in dem Buch.“

Jetzt sind alle Lesungen bis Ende Mai abgesagt. Was sollen wir denn nur hier die ganze Zeit machen?

In der Verlagsvilla haben wir mittlerweile alle 365 Zimmer auf den Kopf gestellt, den Infinity-Pool von Ost nach West durchschwommen, sämtliche Ländereien mit allen möglichen Samen und Pflanzen schon vor den Eisheiligen verschönert und jegliches Unkraut gejätet.

Schau mal, wir haben sogar schon Masken bekommen. Extra nur für uns gemacht. Von José Ruijgers, die uns auch gehäkelt hat.


Lieber Corona,

so viel wie du hat vermutlich noch nie jemand vor dir erreicht. Vor allem nicht so ein kleines Wesen wie du. Deshalb würde ich sagen: „Jetzt reicht’s.“

Ich zählen wir jetzt bis drei. Und dann bist du weg: Eins. Zwei. Drei.

Okay. Das machen wir jetzt so lange, bis du weg bist …